Ein Musiker verlässt sein vertrautes Leben und stellt sich einer Arbeit, die ihm fremd ist – körperlich, sprachlich, existenziell. In einer Pizzeria in Apulien, zwischen Hitze, Tempo und rauem Ton, beginnt ein Selbstversuch: Was passiert mit einem, wenn man das Eigene hinter sich lässt?
Der Text begleitet diesen Prozess in all seinen Details. Er erzählt von Überforderung und Aneignung, von kultureller Reibung, vom Familienleben in der Fremde – und von der Beharrlichkeit, sich in einer neuen Wirklichkeit zurechtzufinden.
Eine präzise und persönliche Annäherung an das Fremdsein – und an die Frage, wer man wird, wenn man etwas tut, das den eigenen Fähigkeiten zunächst vollkommen widerspricht.
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Epilogue for My Friend Mircea Tiberian (1955–2025)
A long-standing artistic partnership becomes a prism for memory, humor, and melancholy. Between stages, train compartments, and the in-between spaces of Eastern Europe, a portrait emerges of a friendship shaped by friction, loyalty, and its own code of survival. A farewell text about music, dignity, and what remains when a voice falls silent.
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Flaggen im Sturm. Ein leerstehendes Kulturzentrum. Nazis vor der Tür, Antifa im Rundschreiben, Reichsbürger und Rote Flora-Aktivisten mit selbstgemaltem Hakenkreuz-Bettlaken.
Was als künstlerischer Gruß zum 1. Mai gedacht ist, gerät zum grotesken Schauspiel über Vereinnahmung, Projektion und lokale Erregungsökonomie. Zwischen Biokräutertee und Stullen, Facebook-Schelte und ornamentierter Provokation stellt sich eine leise, unbequeme Frage: Wer instrumentalisiert hier eigentlich wen – und wer treibt am Ende wirklich sein Unwesen?
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What happens when you step into a culture that isn’t yours—and are pushed to your limits for it? This autobiographical story drops you into the New York jazz scene of the 1990s: a raw, uncompromising space where failure, discipline, and resilience shape the artist. Between confrontation and mentorship, a deeper understanding of music—and respect—emerges. A story about how real learning begins where comfort ends.
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Die Prophezeiung ist ein Text über Zeit, Verlust, Vaterschaft und die merkwürdige Nähe von Anfang und Ende. Ausgehend von einer alten Weissagung an einem rumänischen Schwarzmeerstrand entfaltet sich eine persönliche Reflexion über Vergänglichkeit, Freundschaft, Erinnerung und die Frage, was es heißt, für einen anderen Menschen bleiben zu wollen. Ein Text über das Älterwerden, über Trauer und über die leise Erkenntnis, dass das Leben zugleich unendlich und erschreckend kurz ist.
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Zwischen buddhistischem Kloster, Hochhausbüro und nächtlichem Love-Hotel gerät ein Künstler in eine Entscheidungssituation, die alles verändern könnte.
Südkorea wird zum Resonanzraum für Fragen nach Karriere, Integrität und dem Preis der Vernunft. Eine Geschichte über Verlockung, Verzicht – und den vermeintlich "richtigen" Moment, in dem das Licht vollkommen erscheint.
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Zwischen Schrebergartenkolonien, sächsischen Umgebindehöfen und einem Marktplatz mit sensiblen Burgfrieden beobachtet der Text, wie Symbole zu Grenzpfählen werden – mal als Machtdemonstration, mal als Dissidenz, mal als ideologische Wetterstation.
Ein Essay über vertikale Ansprüche, symbolisches Klima und die Frage, ob Koexistenz manchmal banaler – und zugleich radikaler – ist als jede Frontstellung.
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Ein Vater beobachtet sein Kind beim Bauen und Einstürzen von Türmen – und gerät dabei in eine innere Bewegung durch Jahrzehnte des Unterwegsseins. Zwischen globalen Schauplätzen und stillen Momenten auf einem Bauernhof entfaltet sich eine Reflexion über Herkunft, Unruhe und das paradoxe Gefühl, im Weitergehen zuhause zu sein. Ein Text über Bewegung als Schicksal – und über die Möglichkeit, erstmals zu bleiben.
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Erste Woche Kita-Eingewöhnung: Während der kleine Mann zwischen Traktoren, Puppen und Schlammhosen seine neue Welt erkundet, wird der „nicht-stillende Elternteil“ kurzerhand zum universellen Klettergerüst und Gruppen-Papa. Zwischen Kneipp-Konzept, Dorfpädagogik und einer Köchin mit ausgeprägtem Schnürsenkel-Fetisch wird aus der morgendlichen Bringroutine eine überraschend philosophische Rückkehr an einen Ort, den man seit fünfzig Jahren nicht mehr betreten hat: den Kindergarten.
Ein kurzer Text über frühe Sozialisation, dörfliche Gelassenheit – und das seltsame Privileg, das Abenteuer Menschwerdung noch einmal aus einer ganz anderen Perspektive miterleben zu dürfen.
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In einem kleinen Fischerort bei Mola di Bari wird ein unscheinbares Strandcafé zum Resonanzraum für Erinnerung und Gegenwart. Zwischen reparierter Terrasse, streunenden Katzen und Blick auf die Brandung mischen sich melancholische 80er-Sounds mit unerwartetem Rammstein.
Eine beiläufige Frage nach der Musikauswahl öffnet einen größeren Horizont: Migration, Projektionen, kulturelle Missverständnisse – und die sehr eigenen Gründe, warum man irgendwo bleibt oder zurückkehrt.
Ein Miniatur-Text über Klang, Identität und die leise Ironie, vertraute Fremdheit am Rand des Meeres wiederzufinden.
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Zwischen Sommerhitze, Grillrauch und osteuropäischen Bahnsteigen entfaltet sich eine sehr persönliche Geografie des Geschmacks. Kebaptscheta werden zum kulinarischen Leitmotiv – für Risiko, Erinnerung und eine hartnäckige Liebe zu den Rändern.
Anekdoten aus Zugtoiletten, Jazzfestivals und Kulturkaufhäusern verdichten sich zu einer Reflexion über Peripherie, Macht und künstlerische Unschuld.
Ein Text über Magenverstimmungen und Metaphysik – und darüber, warum man als Künstler vielleicht besser am Rand bleibt als im Zentrum.
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Ein kleines Café in Weeksville, Brooklyn, wird zur Bühne für ein irritierendes Ritual zwischen Gast und Gastgeber. Zwischen Avocadotoast und verbaler Attacke entfaltet sich ein Spiel aus Respekt, Macht und nonkonformer Selbstbehauptung.
Was zunächst wie bloße Ruppigkeit wirkt, entpuppt sich als kalkulierte Performance – als Autorität durch Autorschaft.
Ein Text über Freiheit im eigenen Raum, über „Passion through Anger“ – und über die Frage, wann Grumpiness produktiv ist und wann sie ins Leere läuft.
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Ein unscheinbares Dorf am Rand von Wrocław entpuppt sich als „Klein-Seoul“ – ein Ort, an dem Globalisierung nicht als Theorie, sondern als Geruch, Licht, Temperatur und Geschmack erfahrbar wird. Zwischen Autobahnauffahrt, Lagerhallen und einem überraschend präzisen koreanischen Gastraum entsteht ein Honeymoon-Moment, der Fragen nach Migration, Arbeit und Zugehörigkeit neu sortiert.
Aus einer kulinarischen Entdeckung wird eine Reflexion über Vertrauen, Begegnung und die eigensinnige Logik von Kultur: Aneignung, Durchmischung, Weiterleben.
Ein Text über das unverfügbare Unerwartete – und über die wachsende Kluft zwischen aktivistischen Erzählungen und der widerspenstigen Realität.
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Ein Lockdown-Tagebucheintrag zwischen geweißelten Wänden und globalen Schreckensmeldungen: Alltag kippt in Ausnahmezustand, und jede Geste wirkt plötzlich aufgeladen — politisch, moralisch, existenziell.
Zwischen Telefonaten mit einsamen Patient*innen, radelnder Selbstisolation quer durch Berlin und dem digitalen Dauerrauschen einer „kreativen Klasse“ entsteht ein tastender Versuch, das Reale überhaupt auszuhalten.
Ein Text über Ratlosigkeit, Nähehunger, Scham über schnelle Slogans — und über den Wunsch nach einem Moratorium der Kunst, solange die Wirklichkeit selbst zu laut wird.
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Eine abendliche U-Bahnfahrt durch das schwül-heiße Labyrinth von Mexico City wird zu einer unerwartet intimen Begegnung. Zwischen Menschenmassen, Baustellenabsperrungen und Orientierungslosigkeit entsteht ein Moment radikaler Fürsorge.
Eine fremde Hand führt durch das Chaos – entschlossen, selbstverständlich, ohne Pathos.
Ein Text über urbane Überforderung, Vertrauen im Vorübergehen und die stille Kraft einer Geste, die mehr Halt gibt als jede Navigations-App.
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Ein Palast von Otto Wagner, ein goldener Hirsch im Park und eine psychiatrische Klinik im südostrumänischen Hinterland. Zwischen Palliativzimmer und Gartenlaube ereignen sich kleine Verschiebungen: Eine alte Frau spricht plötzlich Deutsch, Kochtöpfe werden zu Trommeln, Patienten zu Choristen. Eine Begegnung über Würde, Musik und die offenen Ränder des klinischen Alltags.
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(Ein Essay für den Blog der Montag Stiftung Kunst & Gesellschaft)
Keine veganen Cupcakes, kein Impact-Hub, kein Achtkanal-Klangklo.
Statt ästhetisch optimierter Gemeinschaftsbeglückung nur ein fast schon verdächtig schlichter Wunsch: ein Ort, an dem man einfach ankommt – ohne Antrag, ohne Output-Optimierung, ohne integratives Dauerlächeln.
Zwischen Bologna-Prozess, Förderhöchstaltersgrenze und evaluierungskonformer Weltrettung entfaltet sich ein leiser, aber hartnäckiger Zweifel: Was, wenn sozial engagierte Kunst längst selbst zur wohltemperierten Ersatzhandlung geworden ist? Und was passiert, wenn man beginnt, im Getriebe kryptisch zu operieren – anschlussfähig widersprechend?
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(Essay von Hannah Schwegler über die 8-Kanal Arbeit "Morgenarbeit")
Steinerne Pferdeköpfe erinnern im Wiener MuseumsQuartier an eine Zeit, als hier 600 kaiserliche Pferde untergebracht waren.
Maurice de Martin holt sie zurück – akustisch. Drei Wochen begleitet er Lipizzaner und ihre Menschen zwischen Stall, Koppel und „Morgenarbeit“ der Spanischen Hofreitschule Wien, hört hin, zeichnet auf, montiert Stimmen, Hufschläge, Peitschenknallen zu einer 40 minütigen 8-Kanal-Komposition für die "Tonspurpassage"
Was als Klangporträt einer traditionsreichen Institution beginnt, wird zur Untersuchung von Protokoll, Disziplin und Sensibilität – und zu einer Frage nach dem „anschlussfähigen Widerspruch“ innerhalb eines hochkultivierten Systems, das auf Präzision gebaut ist und doch jederzeit auf der Kippe steht.
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(Interview with Nicolae Coande for "Revista Cultura Romana")
A “cameleon” moving between drums, philosophy, social art practice and institutional critique, Maurice de Martin reflects on Romania as a formative spiritual landscape, on Africa as a space of “un-answered questions,” and on the fragile gestures that can still make a difference within today’s “foam worlds.”
From UN corridors to Berlin’s homeless kitchens, from power and authority to transdisciplinarity and the right to “become someone else,” this conversation traces an artist who resists fixed identity and insists that art must remain fragile, touchable — and risky.
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Was bleibt von einer globalen Organisation, wenn man sie nicht analysiert, sondern erlebt? In drei UN-Hauptquartieren – Wien, New York, Nairobi – entwickelt dieses Projekt eine künstlerische Recherche zwischen Interview, Experiment und Intervention. 66 Begegnungen, 66 „Life-Maps“ und ein wachsendes Archiv verdichten sich zu einer vielschichtigen Installation über Nähe und Distanz, System und Individuum. Eine Erkundung dessen, was sichtbar wird, wenn das Protokoll von der Realität überwuchert wird.
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Was passiert, wenn Kunst nicht nur darstellt, sondern denkt? Wenn sie forscht, experimentiert und Wissen auf eigene Weise hervorbringt? Der Text zeichnet eine alternative Genealogie künstlerischer Forschung nach – von Leonardo da Vinci bis zur Gegenwart – und beleuchtet ihr spannungsreiches Verhältnis zur Wissenschaft. Zwischen spielerischer Subversion und epistemischem Ernst zeigt sich: Künstlerisches Forschen ist weniger Methode als Haltung – und vielleicht die eigentliche Form einer „fröhlichen Wissenschaft“.
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(Essay "Dissonance")
Anstatt Musik als rein ästhetisches Objekt zu betrachten, entwirft Maurice de Martin eine alternative Form der musikalischen Forschung, die aus der künstlerischen Praxis selbst entsteht. Zwischen sozialer Kontroverse, transdisziplinärer Vernetzung und einem intensiven Austausch mit Menschen außerhalb akademischer Zirkeln lotet er aus, wie Musik als Erkenntnis- und Forschungsraum funktionieren kann – als Einladung, die Grenzen zwischen Kunst, Wissenschaft, Politik und Alltag neu zu denken. Dabei wird Musik nicht nur gehört, sondern als lebendiger Dialog verstanden: zwischen Klang, Wissen und gesellschaftlicher Realität.
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